Wie auch die letzten Tage war auch heute wieder viel Arbeit zu bewältigen. Und dann er Krampf mit der Druckerei... die ja hoch und heilig versprochen hatte, die Sachen gegen halb Neun am Vormittag zu bringen. Natürlich passierte nix. Erneuter Anruf: Ja, in 10 min....nein, halbe Stunde...ah, innerhalb von einer Stunde ist er da. Natürlich nix... In der Nachbesprechung des gestrigen Seminars im Hilton informierte ich den Institutsleiter, der das recht locker nahm. Ist ja normal so. Wir sollten noch bis zum Nachmittag warten und dann würden wir unseren eigenen Fahrer hinschicken. Das war dann aber doch nicht nötig, da die Kuratorin gerade von der Druckerei kam und unsere Sachen mitgebracht hatte. Eine Inspektion der Lieferung ließ unseren Institutsleiter dann aber doch an die Decke gehen (und auf Französisch vor sich hinschimpfen). Es waren nicht nur die Anzahl falsch (oft viel zu viele wie 1000 statt 500), sondern das Programm auch noch ganz verkehrt gedruckt.
Ich bekam den Auftrag, der Druckerei dies mitzuteilen und ihnen zu erklären, was da alles nicht passte. Meine Frage, ob er ein Exemplar zur Hand habe, verneinte er. Er werde es sich aber gleich ausdrucken und in ein paar Minuten zurückrufen. Tat er natürlich nicht und auf wiederholte Rückrufe reagierte niemand, bis mal eine Sekretärin abnahm und meinte, der Herr sei nicht im Hause.
Da wir nun ohnehin viel zu viele Einladungskarten hatten, sollten wir die schönsten raussuchen (manche Drucke waren ein wenig verschwommen) und auslieferbereit machen. Kurz vor Vier war ich dann fertig und machte mich (aufgrund starker Kopfschmerzen, kein Wunder bei dem Theater) auf den Heimweg.
Samstag früh gings Gott sei Dank wieder gut. Gestern war im Übrigen versucht worden, unsere Steckdosenleiste im Vorraum, die keinen Strom mehr geführt hatte, zu reparieren (an der hängt nämlich auch der Kühlschrank!). Natürlich klappte wieder nix, obwohl Tilman meinte: „Als der Typ gegangen ist, hat er gemeint ‚Everything is working now!’“ (Dass so was in Äthiopien nie stimmt ist fast der Regelfall).
Am Nachmittag gingen wir nach Bole, zu Fuß, mal wieder einige Kilometer „Auslauf“, fast bis zum Flughafen. Wir hatten Hunger, Vorhaben, was zu Mittag zu essen. Unterwegs wollte uns allen Ernstes einer einen Holzstuhl (bzw Holzhocker) andrehen und während er neben uns herlief um den Preis verhandeln, bis Tilman meinte: „Even for one Birr – i would not take it!“. War ja prinzipiell ein ganz schönes Stück – aber: Was sollen wir zu Fuß mit einem massiven Holzhocker?
Beim Mittagessen im Lime Tree (ich hatte Mezze, Taboullet und Humus, wie damals im arab. Restaurant – das Zeug ist sooo gut :-) )Das Gespräch kam nun immer öfters auf Dinge, die uns hier annerven (obwohl ich da im Gegensatz zu Tilman sogar manchmal noch drüber lachen kann), wie, dass nix funktioniert, die Leute auf der Straße mit ihren Anliegen und absurden Ideen, die Kinder mit ihrem „money, money“,....
Es ist echt kein Wunder, dass manche Entwicklungshilfeprojekte nicht greifen können. Von Äthiopiern bestätigt: Es geht nur ums Überleben (meistens für einen Tag), alles darüber hinaus ist wurscht... Langfristige Planung, etc...
Kurios: Verrosteten Panzer in einem Garten gesichtet – mit einer Wäscheleine rumgespannt :-)
Jaja, unsere Küche... Die ist des Nachts abgesperrt... Aufgrund der Eventualität, es könnte jemand im Dunkel über die mit Stacheldraht versetzte Mauer klettern, in die Küche einbrechen und den Injera-Kocher oder die Kochtöpfe flauchen...
Gut, nun zum Sonntag: Schon gestern hatte ich begonnen, einige Briefe zu verfassen, und heute Vormittag fuhr ich damit fort. Außerdem musste ich unbedingt wieder mal Wäsche waschen, für die ich tatsächlich dann auch noch ein paar Sonnenstunden zum Trocknen erwischte (die einzige Möglichkeit, das Zeug auch wirklich trocken zu bekommen und nicht 1 Woche hängen lassen zu müssen, und dann ist es noch immer klamm). Also setzte ich mit auf einem Sessel zu meiner Wäsche in die Sonne und lernte ein wenig österreichisch-ungarische Geschichte für die Uni („Fin de Siecle“). Als es zu Tröpfeln begann, holte ich die Wäsche ein, die wirklich schon halbtrocken war, hängte sie über alles mögliche in Zimmer und Vorraum auf und packte meine Sachen, um in die Stadt zu gehen und mich nach ein paar Sachen umzusehen, die mich mit nach Hause nehmen kann. Natürlich fing es, gerade als ich an der Minibushaltestelle vorbeigegangen war, an zu schütten. Die Leute RANNTEN, um sich irgendwo unterzustellen, als sei es der Weltuntergang, oder sie aus Zucker. Ich glaube, viel anders würde es auch nicht aussehen, würde das Militär wieder kommen und schießen.... Ich marschierte weiter und einige Leute begannen mir zuzurufen und mit Vehemenz, fast verzweifelt zu deuten, ich solle mich doch auch unterstellen. Denen ist es unbegreiflich, wie man im Regen rumlaufen kann. Vom Arat Kilo nahm ich dann den Minibus nach Schuremira, wo ich ein paar Sachen besorgte und zu Fuß heimging.Tilman war am Vormittag in einem evangelischen Gottesdienst gewesen und erzählte mir von seinen Erfahrungen dort. Er empfand es als „unpassend und keine Möglichkeit zur Besinnung“, weil der „schmierige Prediger“ eher als Animator funktionierte, eine Band wie eine Popgruppe aufspielte und die ganze Zeit „Clap your hands“, „hands up“,... geordert wurde. „Dann doch lieber die Orthodoxen“, meinte er.
Dienstag, 21. August 2007
Freitag, 17. August 2007
Southern Sudan Seminar
Am Morgen ließen wir uns ein wenig Zeit, ins Institut zugelangen, wo ich dann mit meiner Arbeit fortfuhr, die Einladungskuverts fertigzustellen – die von der Deutschen Botschaft zu etikettieren und mit dem roten „Invitation“-Stempel jedem Umschlag ein Siegel aufzudrücken. Weiters ordnete ich einen Anruf bei der Druckerei an, die zusagte, die Aufträge heute zu liefern, ja, sogar selbst vorbeizubringen. Der Institutsleiter ließ sich blicken, als ein Fax kam, das zu einem Seminar über „Sudan - Two years after the comprehensive peace agreement: The Challenge of consolidating peace" laden ließ. „DAS klingt interessant! Lunch ist da auch noch angeschlossen... Ich habe heute leider schon was anderes vor...“. Ich las mir dann die Beschreibung durch und es tat mir leid, nicht hingehen zu können, weil es so perfekt zu meinem Friedensforschungsstudium passte. Dann überlegte ich, dass Tilman vermutlich auch Lust hatte, mitzukommen und unseren Chef einfach zu fragen, ob er uns entbehren könne und die Erlaubnis erteile, ohne ihn dort hinzugehen (ist ja immer so eine Sache... Prinzipiell dürfen ja Praktikanten Organisationen nicht offiziell repräsentieren). Wir bekamen die Erlaubnis ohne Probleme und waren so schon wenige Minuten später am Weg zum Hilton. Dort fand das Seminar wieder im selben Raum wie die Tagung letzten statt, nur diesmal noch schöner ausgestattet und mit noch farbenprächtigeren Rosen dekoriert. Wie nahmen auch die selben Plätze ein wie beim letzten mal, nur zusätzlich zum Schreibblock, Stift, Wasser und Rosen gabs diesmal auch noch ein Übersetzungsgerät für jeden (Englisch und Französisch).
Gleich zu Beginn konnten wir uns noch mit Kaffee und Kuchen versorgen und lernten dabei den für die Veranstaltung Verantwortlichen des ISS (Institute for Security Studies) kennen, der uns seine Visitenkarte gab und bat, ihn auf die Mailverteilerliste des Institutes für zukünftige Veranstaltungen zu setzen. Also schon mal eine Anwerbung, die sich bei der Nachbesprechung und Evaluierung unseres eigenständigen Unterfangens sehen lässt.
Das Seminar heute war echt super! Die Sprecher wirklich gut, vor allem die erste Dame – eine Researcherin aus South Africa zeigte große Kompetenz, sodass ich mir die ganze Zeit dachte: Genauso möchte ich das später auch können!
Auch die Technikhandhabung klappte wesentlich besser als beim letzten mal (keine überladenen Power Points), leider konnte sie nicht alles ausführen, weil die Zeit zu knapp war, somit wurden die letzten Folien nur kurz angeschnitten.
Der zweite Sprecher, der sudanesische Botschafter, redete ohne visuelle Unterstützung, wurde jedoch ebenfalls in die Technik involviert, da während seines 20-minütigen Vortrags die Techniker des Hiltons die Leinwand umstellen mussten und das ganze ab und zu auf die Redner zu kippen drohte. Die anschließende Diskussion (mit weit weniger Formalitäten und Danksagungen diesmal) brachte interessante Fragen und – konkrete Antworten darauf hervor. Es tat mir zunehmend leid, dass ich über zu wenig Hintergrundwissen zu den einzelnen Ausführungen, zur Geschichte, politischen und geografischen Lage des Sudans wusste und nahm mir ganz fest vor, durch eine gründliche Nachbereitung noch daraus zu profitieren.
Das anschließende Lunch nahmen wir wieder im Atrium ein und ich verhielt es mir, die beiden russischen Diplomaten neben mir mit meinem tollen Russisch zu belästigen ;-) gerade, da der eine mit dem sich aufgedrängten Gesprächspartner nicht allzu glücklich zu sein schien. Auf jeden Fall bekam ich endlich wieder eine Fleischration ab (bzw eigentlich 2 .... genauso wie 2 Durchgänge bei der Nachspeise).
Als kleinen Verdauungsspaziergang gingen wir vom Hilton zu Fuß zum Arat Kilo und nahmen erst ab da den Minibus.
Zurück im Institut musste ich feststellen, dass die faulen Hanseln von der Druckerei noch immer nicht geliefert hatten und ließ noch mal da anrufen, diesmal redete ich selber mit dem Kerl und er versprach zwischen 16:30-17:00 Uhr da zu sein. Ok...also ein bisschen länger dableiben, war mir insofern wurscht, da ich ohnehin mal die Bibliothek durchforsten wollte (was ich mir schon seit Ewigkeiten vorgenommen habe und noch immer nicht geschafft hatte). Dort fand ich zwar nicht die gewünschten Philosophen, dafür aber einige Werke, die für meine Friedensforschung überaus interessant sind! Unglaublich! Einen Titel schrieb ich mir gleich ab. Morgen wird ich da noch weiterrecherchieren.
Um 17:00 Uhr rief der Koffer dann selber an und versprach mir hoch und heilig, morgen in der Früh zu liefern. Um 9:30 Uhr.... Naja – da bin ich mal gespannt!!!
Gleich zu Beginn konnten wir uns noch mit Kaffee und Kuchen versorgen und lernten dabei den für die Veranstaltung Verantwortlichen des ISS (Institute for Security Studies) kennen, der uns seine Visitenkarte gab und bat, ihn auf die Mailverteilerliste des Institutes für zukünftige Veranstaltungen zu setzen. Also schon mal eine Anwerbung, die sich bei der Nachbesprechung und Evaluierung unseres eigenständigen Unterfangens sehen lässt.
Das Seminar heute war echt super! Die Sprecher wirklich gut, vor allem die erste Dame – eine Researcherin aus South Africa zeigte große Kompetenz, sodass ich mir die ganze Zeit dachte: Genauso möchte ich das später auch können!
Auch die Technikhandhabung klappte wesentlich besser als beim letzten mal (keine überladenen Power Points), leider konnte sie nicht alles ausführen, weil die Zeit zu knapp war, somit wurden die letzten Folien nur kurz angeschnitten.
Der zweite Sprecher, der sudanesische Botschafter, redete ohne visuelle Unterstützung, wurde jedoch ebenfalls in die Technik involviert, da während seines 20-minütigen Vortrags die Techniker des Hiltons die Leinwand umstellen mussten und das ganze ab und zu auf die Redner zu kippen drohte. Die anschließende Diskussion (mit weit weniger Formalitäten und Danksagungen diesmal) brachte interessante Fragen und – konkrete Antworten darauf hervor. Es tat mir zunehmend leid, dass ich über zu wenig Hintergrundwissen zu den einzelnen Ausführungen, zur Geschichte, politischen und geografischen Lage des Sudans wusste und nahm mir ganz fest vor, durch eine gründliche Nachbereitung noch daraus zu profitieren.
Das anschließende Lunch nahmen wir wieder im Atrium ein und ich verhielt es mir, die beiden russischen Diplomaten neben mir mit meinem tollen Russisch zu belästigen ;-) gerade, da der eine mit dem sich aufgedrängten Gesprächspartner nicht allzu glücklich zu sein schien. Auf jeden Fall bekam ich endlich wieder eine Fleischration ab (bzw eigentlich 2 .... genauso wie 2 Durchgänge bei der Nachspeise).
Als kleinen Verdauungsspaziergang gingen wir vom Hilton zu Fuß zum Arat Kilo und nahmen erst ab da den Minibus.
Zurück im Institut musste ich feststellen, dass die faulen Hanseln von der Druckerei noch immer nicht geliefert hatten und ließ noch mal da anrufen, diesmal redete ich selber mit dem Kerl und er versprach zwischen 16:30-17:00 Uhr da zu sein. Ok...also ein bisschen länger dableiben, war mir insofern wurscht, da ich ohnehin mal die Bibliothek durchforsten wollte (was ich mir schon seit Ewigkeiten vorgenommen habe und noch immer nicht geschafft hatte). Dort fand ich zwar nicht die gewünschten Philosophen, dafür aber einige Werke, die für meine Friedensforschung überaus interessant sind! Unglaublich! Einen Titel schrieb ich mir gleich ab. Morgen wird ich da noch weiterrecherchieren.
Um 17:00 Uhr rief der Koffer dann selber an und versprach mir hoch und heilig, morgen in der Früh zu liefern. Um 9:30 Uhr.... Naja – da bin ich mal gespannt!!!
Donnerstag, 16. August 2007
„Dieses Land ist eine Flohbude“
--> Zitat: Institutsleiter. Und das ist es in der Tat. Aber beginnen wir von vorne:
Montag:
Wieder – unglaublich, aber wahr – ein richtiger Arbeitstag! Am Vormittag wurde ich zu einem Meeting mit dem Institutsleiter, dem Juristen und Kulturberater der dt. Botschaft und der Kuratorin aus Dresden, die für die Ausstellung „Äthiopien – Deutschland“ verantwortlich ist. Um 10.00 Uhr begonnen artete es in ein „Monster-Meeting“ von 4 Stunden aus, war jedoch unheimlich interessant, da es so viel beinhaltete, was wir im Kulturwissenschafts-Studium gelernt hatten. Nur dass es hier um die praktische Anwendung auf hohem Niveau ging! So waren diese vier Stunden vollgepackt mit Fakten über Organisation, Transport der Kunstwerke aus Deutschland nach Äthiopien, rechtliche Informationen zum Kurierdienst und eventuelle Probleme mit Besitzansprüchen, die Äthiopien an die Kunstwerke stellen könnte, Sponsorensuche und wie schwierig es dabei ist, äthiopische Partner anzuwerben und zu gewinnen.
Pünktlich gegen Mittag – 12:00 Uhr merkte ich, dass mein Blutzucker wieder im Keller war und ich gerne was essen würde. Lief aber nicht – noch 2 Stunden Sitzung. Wenigstens super fürs Studium! Die Gäste müssen warten, bis der Fahrer kommt. Die verbleibenden 10 Minuten werden für „private“ Gespräche genützt, die sich tollerweise schnell um mein gefürchtetes Thema zu drehen beginnen: Läuse, Flöhe und Wanzen! Und schon beginnt es mich überall zu jucken, während die Deutschen die Äußerungen meines Institutsleiters bestätigen: „Hier wird jeder früher oder später von solchem Ungeziefer heimgesucht“.
Als die Versammlung endlich beendet war und ich zu Tilman in die Sprachabteilung rüberging, nahm ich eigentlich an, er sei schon essen gegangen, doch zu meiner Verwunderung war dem nicht so: Er hatte gewartet, auch wenn er sich gewundert hatte, dass das Meeting so lange brauchte.
Auch am Nachmittag hatte ich dann ebenfalls reichlich zu tun, sodass ich schließlich noch länger blieb als die Rezeptionistin und dadurch auch (was mir ein wenig Sorgen machte), den Schlüssel zum Büro mitnehmen musste.
Am Abend der große Schock: Flohbisse an meinen Fußknöcheln! Und auch mit den Läusen hab ich inzwischen so meine Bedenken...
Dienstag:
Wow, schon wieder ein ausgefüllter Arbeitstag! Ich bekam den Auftrag, die Vorschlagsliste, die Adressliste der Deutschen Botschaft und die ergänzte Boschafterliste für die Einladungen zum Konzert in der City Hall abzugleichen und durchzunummerieren. Dabei saß ich dann eigentlich auch den ganzen Tag, weil es sich dabei halt doch um ein paar Hundert Leute handelte. Überdies waren es größtenteils afrikanische Namen... Die – natürlich – eine ganz andere Orthografie aufweisen als unsere und es wunderte mich, dass es mit der Zeit doch so leicht ging, weswegen ich umso gründlicher auf Schlampigkeitsfehler kontrollierte – denn Fehler sind bei so was nicht erlaubt, können hohe Minister, Botschafter, Militärs und Geistliche bei so was schon pingelig sein! (à das hab ich im HAK-Kolleg gelernt! Also, keine Instruktion des Institutsleiters, der ist da nicht so streng)
Der Oberhammer waren zum Teil Titel oder Organisationsnamen, bei denen ich teilweise keine Ahnung hatte, welche Bedeutung den einzelnen Bezeichnungen zu Grunde liegen soll, sowie: oft unendlich lang (über 2 Zeilen)...
Nebenbei half ich der Kuratorin von Zeit zu Zeit bei Fragen oder beim Telefonieren (mit dem etwas komplizierten Vermitteln immer über die Rezeption) weiter. Mit dieser gingen Tilman und ich dann auch Mittagessen und es ergaben sich recht interessante Gespräche über unsere Tätigkeiten, Studium, Auslandsaufenthalte, Arbeit. Sie ist Ethnologin mit Spezialisation auf Afrika, bereits viel mit Ausstellungen in verschiedenen (hauptsächlich west-)afrikanischen Ländern herumgereist und eine sehr nette, sympathische, kompetente und hübsche Frau!
Der Nachmittag, ebenfalls hauptsächlich mit den Einladungslisten ausgefüllt, bescherte mir dann noch schnell eine Zwischenaufgabe als Excel-Spezialist (haha) für die Listen mit Lehrwerken der Sprachabteilung, die neu bestellt werden sollen, sowie eine kleine Internetrecherche zu Bestell- und Lieferadressen von Klett und Langenscheidt.
Heute zu faul zu kochen und zu anspruchsvoll, kalt zu essen, gingen wir am Arat Kilo im „Romina“ abendessen, bei dem sich zum nachfolgenden Kaffee ein Voodoo-Äthiopier zu uns gesellte, der mit Flüsterstimme Tilman einweihte, er brauche einen Farenji (Fremden), der ihm helfen könne... Er habe einen bösen Blick, mit dem er anderen Leuten Schaden zufügen und sie verwünschen könne, auch Tieren, und die wilden Tiere laufen davon vor ihm...pssst....nur nicht zu laut reden! Und was kann er dagegen machen? Er will doch damit aufhören! Und außerdem muss er heute nacht über die Grenze nach Kenia (à na bitte, schließendlich kam doch noch die Geldforderung!)
Mittwoch:
Uff... ja, das ist Arbeit! Tolle Woche (keine Ironie!), in der kaum Zeit für Tätigkeiten für die Universität bleibt (abgesehen von E-Mails zur Prüfungsvereinbarung).
Plan für heute: Ein paar hundert Einladungskuverts drucken. Jedes einzeln, weil komischerweise dieses Word-Programm, sowie der Drucker, keinen Seriendruck hinbekommen. Überdies meint der Drucker, jedes fünfte Kuvert mit Eigenwerbung bedrucken zu müssen, was zwar ganz dekorativ aussieht, aber nicht wirklich von Nutzem ist und einen ziemlich hohen Verschleiß darstellt. Tilman ist dennoch begeistert von dem Fehldrucken und bekommt die Kuverts von mir, um sie für Briefe heim zu verwenden.
Daheim angekommen erst mal unter die Dusche. Keine Ahnung, ob es hilft, aber mal den Kopf mit Insektenschutzmittel gewaschen, um wenigstens ein bisschen Ungeziefer loszuwerden (ich bin mir noch immer nicht sicher, ob ich tatsächlich Läuse habe oder nur Einbildung, aber wenigstens ist das Flohproblem verschwunden, seit ich mir das Autan in der Nacht auch auf die Füße schmiere).
Heute Abend werden die Kartoffel gekocht – jaaa, endlich wieder Kartoffel!!!
Ach ja: vor allem an zu Hause, ich habe mir innerlich schon eine Liste der Sachen zusammengestellt, die ich daheim unbedingt wieder essen will. Irgendwie fällt mir die Hälfte schon wieder nicht mehr ein, aber eines doch noch: Schweinsbraten mit Kraut J !!! (keine Ahnung, wieso, aber das geht mir grad voll ab, vermutlich weil ich hier nur seeeeeer gemäßigt Fleisch konsumiere).
Montag:
Wieder – unglaublich, aber wahr – ein richtiger Arbeitstag! Am Vormittag wurde ich zu einem Meeting mit dem Institutsleiter, dem Juristen und Kulturberater der dt. Botschaft und der Kuratorin aus Dresden, die für die Ausstellung „Äthiopien – Deutschland“ verantwortlich ist. Um 10.00 Uhr begonnen artete es in ein „Monster-Meeting“ von 4 Stunden aus, war jedoch unheimlich interessant, da es so viel beinhaltete, was wir im Kulturwissenschafts-Studium gelernt hatten. Nur dass es hier um die praktische Anwendung auf hohem Niveau ging! So waren diese vier Stunden vollgepackt mit Fakten über Organisation, Transport der Kunstwerke aus Deutschland nach Äthiopien, rechtliche Informationen zum Kurierdienst und eventuelle Probleme mit Besitzansprüchen, die Äthiopien an die Kunstwerke stellen könnte, Sponsorensuche und wie schwierig es dabei ist, äthiopische Partner anzuwerben und zu gewinnen.
Pünktlich gegen Mittag – 12:00 Uhr merkte ich, dass mein Blutzucker wieder im Keller war und ich gerne was essen würde. Lief aber nicht – noch 2 Stunden Sitzung. Wenigstens super fürs Studium! Die Gäste müssen warten, bis der Fahrer kommt. Die verbleibenden 10 Minuten werden für „private“ Gespräche genützt, die sich tollerweise schnell um mein gefürchtetes Thema zu drehen beginnen: Läuse, Flöhe und Wanzen! Und schon beginnt es mich überall zu jucken, während die Deutschen die Äußerungen meines Institutsleiters bestätigen: „Hier wird jeder früher oder später von solchem Ungeziefer heimgesucht“.
Als die Versammlung endlich beendet war und ich zu Tilman in die Sprachabteilung rüberging, nahm ich eigentlich an, er sei schon essen gegangen, doch zu meiner Verwunderung war dem nicht so: Er hatte gewartet, auch wenn er sich gewundert hatte, dass das Meeting so lange brauchte.
Auch am Nachmittag hatte ich dann ebenfalls reichlich zu tun, sodass ich schließlich noch länger blieb als die Rezeptionistin und dadurch auch (was mir ein wenig Sorgen machte), den Schlüssel zum Büro mitnehmen musste.
Am Abend der große Schock: Flohbisse an meinen Fußknöcheln! Und auch mit den Läusen hab ich inzwischen so meine Bedenken...
Dienstag:
Wow, schon wieder ein ausgefüllter Arbeitstag! Ich bekam den Auftrag, die Vorschlagsliste, die Adressliste der Deutschen Botschaft und die ergänzte Boschafterliste für die Einladungen zum Konzert in der City Hall abzugleichen und durchzunummerieren. Dabei saß ich dann eigentlich auch den ganzen Tag, weil es sich dabei halt doch um ein paar Hundert Leute handelte. Überdies waren es größtenteils afrikanische Namen... Die – natürlich – eine ganz andere Orthografie aufweisen als unsere und es wunderte mich, dass es mit der Zeit doch so leicht ging, weswegen ich umso gründlicher auf Schlampigkeitsfehler kontrollierte – denn Fehler sind bei so was nicht erlaubt, können hohe Minister, Botschafter, Militärs und Geistliche bei so was schon pingelig sein! (à das hab ich im HAK-Kolleg gelernt! Also, keine Instruktion des Institutsleiters, der ist da nicht so streng)
Der Oberhammer waren zum Teil Titel oder Organisationsnamen, bei denen ich teilweise keine Ahnung hatte, welche Bedeutung den einzelnen Bezeichnungen zu Grunde liegen soll, sowie: oft unendlich lang (über 2 Zeilen)...
Nebenbei half ich der Kuratorin von Zeit zu Zeit bei Fragen oder beim Telefonieren (mit dem etwas komplizierten Vermitteln immer über die Rezeption) weiter. Mit dieser gingen Tilman und ich dann auch Mittagessen und es ergaben sich recht interessante Gespräche über unsere Tätigkeiten, Studium, Auslandsaufenthalte, Arbeit. Sie ist Ethnologin mit Spezialisation auf Afrika, bereits viel mit Ausstellungen in verschiedenen (hauptsächlich west-)afrikanischen Ländern herumgereist und eine sehr nette, sympathische, kompetente und hübsche Frau!
Der Nachmittag, ebenfalls hauptsächlich mit den Einladungslisten ausgefüllt, bescherte mir dann noch schnell eine Zwischenaufgabe als Excel-Spezialist (haha) für die Listen mit Lehrwerken der Sprachabteilung, die neu bestellt werden sollen, sowie eine kleine Internetrecherche zu Bestell- und Lieferadressen von Klett und Langenscheidt.
Heute zu faul zu kochen und zu anspruchsvoll, kalt zu essen, gingen wir am Arat Kilo im „Romina“ abendessen, bei dem sich zum nachfolgenden Kaffee ein Voodoo-Äthiopier zu uns gesellte, der mit Flüsterstimme Tilman einweihte, er brauche einen Farenji (Fremden), der ihm helfen könne... Er habe einen bösen Blick, mit dem er anderen Leuten Schaden zufügen und sie verwünschen könne, auch Tieren, und die wilden Tiere laufen davon vor ihm...pssst....nur nicht zu laut reden! Und was kann er dagegen machen? Er will doch damit aufhören! Und außerdem muss er heute nacht über die Grenze nach Kenia (à na bitte, schließendlich kam doch noch die Geldforderung!)
Mittwoch:
Uff... ja, das ist Arbeit! Tolle Woche (keine Ironie!), in der kaum Zeit für Tätigkeiten für die Universität bleibt (abgesehen von E-Mails zur Prüfungsvereinbarung).
Plan für heute: Ein paar hundert Einladungskuverts drucken. Jedes einzeln, weil komischerweise dieses Word-Programm, sowie der Drucker, keinen Seriendruck hinbekommen. Überdies meint der Drucker, jedes fünfte Kuvert mit Eigenwerbung bedrucken zu müssen, was zwar ganz dekorativ aussieht, aber nicht wirklich von Nutzem ist und einen ziemlich hohen Verschleiß darstellt. Tilman ist dennoch begeistert von dem Fehldrucken und bekommt die Kuverts von mir, um sie für Briefe heim zu verwenden.
Daheim angekommen erst mal unter die Dusche. Keine Ahnung, ob es hilft, aber mal den Kopf mit Insektenschutzmittel gewaschen, um wenigstens ein bisschen Ungeziefer loszuwerden (ich bin mir noch immer nicht sicher, ob ich tatsächlich Läuse habe oder nur Einbildung, aber wenigstens ist das Flohproblem verschwunden, seit ich mir das Autan in der Nacht auch auf die Füße schmiere).
Heute Abend werden die Kartoffel gekocht – jaaa, endlich wieder Kartoffel!!!
Ach ja: vor allem an zu Hause, ich habe mir innerlich schon eine Liste der Sachen zusammengestellt, die ich daheim unbedingt wieder essen will. Irgendwie fällt mir die Hälfte schon wieder nicht mehr ein, aber eines doch noch: Schweinsbraten mit Kraut J !!! (keine Ahnung, wieso, aber das geht mir grad voll ab, vermutlich weil ich hier nur seeeeeer gemäßigt Fleisch konsumiere).
Dienstag, 14. August 2007
Wanderung zur Felsenkirche
Den Samstag (Samstag ist für mich irgendwie immer der Relaxing-Tag) nutzte ich wieder, um auszuschlafen, viel zu lesen und zu essen und meine Arbeit weiter- bzw beinahe fertigzuschreiben. Am Abend schlachtete ich dann die Papaya, garnierte sie mit reichlich Honig und ließ sie mir schmecken.
Dann folgte eine Diskussion über den Vergleich unserer Malariamedikamente, bzw vor allem der Wirkung, Wirksamkeit und Nebenwirkungen, die ja bei meinem wirklich recht heftig sind und gewisse Passagen ließen mich vor Lachen fast auf den Boden fallen – was Gott sei Dank eine Kontradiktion zu den beschriebenen Wirkungen auf die Psyche (bis hin zu Psychosen, Depression, erhöhter Selbstmordgefährdung,...) darstellt. Tilman sah mich zum Teil an, als hätte er Angst, mein Lachkrampf könne bereits eine der psychischen Auswirkungen des Medikamentes sein.
Am Abend trafen wir uns mit Elias am Arat Kilo um wegzugehen. Unsere erste Station war hingegen nicht wirklich das, was man normalerweise unter „weggehen“ versteht: Wir fuhren zu einem Haus einer Bekannten, in dem ein Freund einen Musikclip drehen wollte. Tatsächlich war ein Kamerateam da, irgendwie bekam ich nicht so ganz mit, was da abging, als dann aber der Typ, der da mehr oder weniger der „Sänger“ und Star war, vorschlug, ich soll auch da irgendwo mit seinen Tänzerinnen rumhampeln, verzog ich mich lieber schnell. Außer Tilman und mir war da noch ein belgischer Lehrer als einzige Weiße und genau aus dem Grund landeten wir dann doch noch irgendwie als Backgroundtänzer im Dreh...
Ich fragte, was die eigentlich mit dem Filmmaterial dann vorhaben. Ob das auch veröffentlicht wird. „Ja, das wird dann auf ETV gezeigt“ (Ethiopian TV, der einzige staatliche Sender). Anscheinend war das aber nur mir peinlich, denn außer mir schien da jeder, der nicht unmittelbar zum Dreh gehörte bzw nur „Nebenrolle“ hatte, entweder von Bier oder Chat oder beidem beduselt zu sein.
Sonntag stand unsere Wanderung zur Wascha St. Mikael Church, einer Felsenkirche auf einem Hügel bei Addis an. Mit dem Minibus zum Fuß des Berges gebracht, stellte ich erneut beim Aufstieg fest, dass mir die Höhe nach wie vor bei körperlicher Anstrengung zu schaffen macht. Nun ja, entweder die Höhe, oder die Malariaprophylaxe, oder mein stark reduzierten sportlichen Tätigkeiten – vermutlich aber alles zusammen. So keuchte ich ziemlich und merkte, dass ich mich ziemlich zusammenreißen musste, weil mein Kreislauf einfach schlappmachte.
Irgendwann kreuzten dann eine Frau und ein Mädchen mit drei Eseln unseren Weg. Und prompt bekam ich das Angebot, auf einem der Esel hinaufzureiten. Ich hätte annehmen sollen, wäre immerhin eine nette Erfahrung gewesen. Allerdings wurde ich schon vorgewarnt, meine Hose werde dann stinkig (und ich trug meine Lieblingsjeans), überdies wollte ich nicht als faul erscheinen und setzte so meinen Weg zu Fuß fort, auch wenn mir reiten bedeutend lieber gewesen wäre. Wir erreichten die Felsenkirche jedoch schon bald. Wie Lalibela aus dem Stein herausgeformt, allerdings schon großteils eingefallen bzw durch italienische Bomben zerstört, durchstreiften wir mit dem Führer die Ruine, bevor wir durch den Eukalyptuswald bis zum Hang, der zur Stadt hinunter liegt, gingen, von dem aus man einen herrlichen Blick über Addis Abeba hat, sogar noch wesentlich besser als von Entoto aus.
Dann folgte eine Diskussion über den Vergleich unserer Malariamedikamente, bzw vor allem der Wirkung, Wirksamkeit und Nebenwirkungen, die ja bei meinem wirklich recht heftig sind und gewisse Passagen ließen mich vor Lachen fast auf den Boden fallen – was Gott sei Dank eine Kontradiktion zu den beschriebenen Wirkungen auf die Psyche (bis hin zu Psychosen, Depression, erhöhter Selbstmordgefährdung,...) darstellt. Tilman sah mich zum Teil an, als hätte er Angst, mein Lachkrampf könne bereits eine der psychischen Auswirkungen des Medikamentes sein.
Am Abend trafen wir uns mit Elias am Arat Kilo um wegzugehen. Unsere erste Station war hingegen nicht wirklich das, was man normalerweise unter „weggehen“ versteht: Wir fuhren zu einem Haus einer Bekannten, in dem ein Freund einen Musikclip drehen wollte. Tatsächlich war ein Kamerateam da, irgendwie bekam ich nicht so ganz mit, was da abging, als dann aber der Typ, der da mehr oder weniger der „Sänger“ und Star war, vorschlug, ich soll auch da irgendwo mit seinen Tänzerinnen rumhampeln, verzog ich mich lieber schnell. Außer Tilman und mir war da noch ein belgischer Lehrer als einzige Weiße und genau aus dem Grund landeten wir dann doch noch irgendwie als Backgroundtänzer im Dreh...
Ich fragte, was die eigentlich mit dem Filmmaterial dann vorhaben. Ob das auch veröffentlicht wird. „Ja, das wird dann auf ETV gezeigt“ (Ethiopian TV, der einzige staatliche Sender). Anscheinend war das aber nur mir peinlich, denn außer mir schien da jeder, der nicht unmittelbar zum Dreh gehörte bzw nur „Nebenrolle“ hatte, entweder von Bier oder Chat oder beidem beduselt zu sein.
Sonntag stand unsere Wanderung zur Wascha St. Mikael Church, einer Felsenkirche auf einem Hügel bei Addis an. Mit dem Minibus zum Fuß des Berges gebracht, stellte ich erneut beim Aufstieg fest, dass mir die Höhe nach wie vor bei körperlicher Anstrengung zu schaffen macht. Nun ja, entweder die Höhe, oder die Malariaprophylaxe, oder mein stark reduzierten sportlichen Tätigkeiten – vermutlich aber alles zusammen. So keuchte ich ziemlich und merkte, dass ich mich ziemlich zusammenreißen musste, weil mein Kreislauf einfach schlappmachte.
Irgendwann kreuzten dann eine Frau und ein Mädchen mit drei Eseln unseren Weg. Und prompt bekam ich das Angebot, auf einem der Esel hinaufzureiten. Ich hätte annehmen sollen, wäre immerhin eine nette Erfahrung gewesen. Allerdings wurde ich schon vorgewarnt, meine Hose werde dann stinkig (und ich trug meine Lieblingsjeans), überdies wollte ich nicht als faul erscheinen und setzte so meinen Weg zu Fuß fort, auch wenn mir reiten bedeutend lieber gewesen wäre. Wir erreichten die Felsenkirche jedoch schon bald. Wie Lalibela aus dem Stein herausgeformt, allerdings schon großteils eingefallen bzw durch italienische Bomben zerstört, durchstreiften wir mit dem Führer die Ruine, bevor wir durch den Eukalyptuswald bis zum Hang, der zur Stadt hinunter liegt, gingen, von dem aus man einen herrlichen Blick über Addis Abeba hat, sogar noch wesentlich besser als von Entoto aus.
Freitag, 10. August 2007
Mission: Botschaften telefonisch zu belästigen
Ich hatte mich eigentlich schon darauf eingestellt, heute meine Arbeit für die Uni fertigzuschreiben, doch daraus wurde dann nichts.
Als wir unser Protokoll über die gestrige Tagung beim Institutsleiter vorlegten, hatte dieser bereits einen neuen Arbeitsauftrag für mich parat:
Die Deutsche Botschaft hatte die Adressenliste für die zu verschickenden Einladungen übersandt, die allerdings nicht vollständig war. Aus diesem Grund war es nun an mir, eine von ihm ergänzte Liste an Botschaften durchzurufen, zu fragen ob die Informationen des äthiopischen Diplomatenverzeichnisses noch aktuell sein und nebenbei auch noch gleich herauszubekommen, ob denn der Botschafter im September im Lande sei.
Also suchte ich zuerst einmal – begleitet von zahlreichen Stromausfällen (bzw eigentlich war es wieder ein großer Stromausfall, der zwar durch den neu gelieferten Generator ausgeglichen werden hätte können, allerdings war angeordnet worden, das Technikpersonal am Generator „üben“ zu lassen, was dazu führte, dass alle paar Minuten der Strom wieder weg und der Bildschirm mit einem mal schwarz wurde) – die Namen der Botschafter und die Telefonnummern heraus. Das Telefonieren musste dann ohnehin bis zum Nachmittag warten. Tilman bot sich zwar vorerst an, die Telefonate zu übernehmen, als er jedoch die absolut fremden westafrikanischen Namen las, die ich auf die Liste setzte und lachend meinte: „Na, dann viel Spaß mit der Aussprache!“, verzog er sich diskret nach dem Einholen der Erlaubnis, früher von der Arbeit zu verschwinden, ins Nationalmuseum.
So blieb die Aufgabe doch bei mir... Und jeder der mich kennt weiß, dass ich es 1. HASSE, mit fremden Menschen (noch dazu Ämtern) zu telefonieren und das ganze 2. die Gespräche auch noch in Englisch zu führen sind, mit der schönen Aussicht, „afrikanisches Englisch“ auf der anderen Seite der Leitung zu haben.
Ich setzte mich also und begann, einen netten kleinen Absatz niederzuschreiben (Business English lässt grüßen!). Und tatsächlich funktionierte es dann auch relativ gut. Gerade die ersten Telefonate waren kein Problem. Mexico hatte ich nicht gefunden, Togo erreichte ich nicht. Nun ja, und 2 hatten einen Botschafterwechsel... Und diktierten mir die neuen Namen. Den ersten verstand ich noch so einigermaßen fehlerfrei. Der Zweite dagegen... wurde eine abenteuerliche Eigenkreation. Leider lag der Botschafterwechsel erst so kurz zurück, dass auch eine Internetrecherche vorerst keine Ergebnisse brachte. Somit werde ich da wohl noch mal was machen müssen...
Als wir unser Protokoll über die gestrige Tagung beim Institutsleiter vorlegten, hatte dieser bereits einen neuen Arbeitsauftrag für mich parat:
Die Deutsche Botschaft hatte die Adressenliste für die zu verschickenden Einladungen übersandt, die allerdings nicht vollständig war. Aus diesem Grund war es nun an mir, eine von ihm ergänzte Liste an Botschaften durchzurufen, zu fragen ob die Informationen des äthiopischen Diplomatenverzeichnisses noch aktuell sein und nebenbei auch noch gleich herauszubekommen, ob denn der Botschafter im September im Lande sei.
Also suchte ich zuerst einmal – begleitet von zahlreichen Stromausfällen (bzw eigentlich war es wieder ein großer Stromausfall, der zwar durch den neu gelieferten Generator ausgeglichen werden hätte können, allerdings war angeordnet worden, das Technikpersonal am Generator „üben“ zu lassen, was dazu führte, dass alle paar Minuten der Strom wieder weg und der Bildschirm mit einem mal schwarz wurde) – die Namen der Botschafter und die Telefonnummern heraus. Das Telefonieren musste dann ohnehin bis zum Nachmittag warten. Tilman bot sich zwar vorerst an, die Telefonate zu übernehmen, als er jedoch die absolut fremden westafrikanischen Namen las, die ich auf die Liste setzte und lachend meinte: „Na, dann viel Spaß mit der Aussprache!“, verzog er sich diskret nach dem Einholen der Erlaubnis, früher von der Arbeit zu verschwinden, ins Nationalmuseum.
So blieb die Aufgabe doch bei mir... Und jeder der mich kennt weiß, dass ich es 1. HASSE, mit fremden Menschen (noch dazu Ämtern) zu telefonieren und das ganze 2. die Gespräche auch noch in Englisch zu führen sind, mit der schönen Aussicht, „afrikanisches Englisch“ auf der anderen Seite der Leitung zu haben.
Ich setzte mich also und begann, einen netten kleinen Absatz niederzuschreiben (Business English lässt grüßen!). Und tatsächlich funktionierte es dann auch relativ gut. Gerade die ersten Telefonate waren kein Problem. Mexico hatte ich nicht gefunden, Togo erreichte ich nicht. Nun ja, und 2 hatten einen Botschafterwechsel... Und diktierten mir die neuen Namen. Den ersten verstand ich noch so einigermaßen fehlerfrei. Der Zweite dagegen... wurde eine abenteuerliche Eigenkreation. Leider lag der Botschafterwechsel erst so kurz zurück, dass auch eine Internetrecherche vorerst keine Ergebnisse brachte. Somit werde ich da wohl noch mal was machen müssen...
Donnerstag, 9. August 2007
“Forum on Federalism and Democracy”
So lautete der Titel der Tagung, die heute im Hilton Hotel stattgefunden hatte und der unser Institutsleiter, Tilman und ich beiwohnten.
Der Sitzungsraum war mit Tischreihen versehen, von denen Tischtücher an der Vorderseite bis an den Boden reichten, auf denen Rosen und Blumenbouquets standen und für jeden Schreibblock, Stift, Wasser und Zuckerl bereitlagen - wäre doch eine Anregung für die Vorlesungen an der Uni ;-)
Die Veranstaltung war für mich – gerade im Hinblick auf meine Spezialisierung auf Friedensforschung – besonders interessant, da die Thematik, welches Verhältnis die Zivilgesellschaft zu Regierung und Markt einnimmt, bzw den Beitrag der Zivilgesellschaft am Aufbau einer demokratischen Regierung, die ja in Äthiopien (die Konstitution als föderalistische Republik erfolgte in Äthiopien 1995!!!) ja in direktem Zusammenhang dazu steht.
Angenehm war natürlich auch, dass im Zeitplan der Tagung eine Kaffeepause eingeplant war, sowie ein anschließendes Lunch im Atrium des Hotels. Durch Zufall landeten wir am Tisch des Präsidenten des FFD und Organisators der Veranstaltung, sowie Vertreter der kanadischen Botschaft, den aufgrund seiner Abstammung alle für ein Mitglied der indischen Botschaft hielten. Große Begeisterung, jemanden aus Österreich am deutschen Kulturinstitut zu haben (Österreicher sind im Gegensatz zu Deutschen hier wirklich eine Seltenheit!!!) und noch dazu aus Salzburg – „Aaah, Salzburg, very beautiful city!“ (da scheint auch schon jeder gewesen zu sein).
Zurück im Institut bekam ich den Auftrag, über ein Mitglied des Deutschen Bundestages Informationen zu recherchieren, die angeblich in Kürze im Institut auftauchen soll, bevor wir (Tilman und ich) uns die verbleibende Zeit dem Protokoll über die Tagung widmeten. Noch Abendessen in der Cafeteria und dann auf den Heimweg gemacht, war es heute ein schön ausgefüllter Tag und ich, bis oben hin angefüllt mit Essen, musste feststellen, dass nach den letzten beiden Tagen der Anzug schon sehr eng sitzt...
Der Sitzungsraum war mit Tischreihen versehen, von denen Tischtücher an der Vorderseite bis an den Boden reichten, auf denen Rosen und Blumenbouquets standen und für jeden Schreibblock, Stift, Wasser und Zuckerl bereitlagen - wäre doch eine Anregung für die Vorlesungen an der Uni ;-)
Die Veranstaltung war für mich – gerade im Hinblick auf meine Spezialisierung auf Friedensforschung – besonders interessant, da die Thematik, welches Verhältnis die Zivilgesellschaft zu Regierung und Markt einnimmt, bzw den Beitrag der Zivilgesellschaft am Aufbau einer demokratischen Regierung, die ja in Äthiopien (die Konstitution als föderalistische Republik erfolgte in Äthiopien 1995!!!) ja in direktem Zusammenhang dazu steht.
Angenehm war natürlich auch, dass im Zeitplan der Tagung eine Kaffeepause eingeplant war, sowie ein anschließendes Lunch im Atrium des Hotels. Durch Zufall landeten wir am Tisch des Präsidenten des FFD und Organisators der Veranstaltung, sowie Vertreter der kanadischen Botschaft, den aufgrund seiner Abstammung alle für ein Mitglied der indischen Botschaft hielten. Große Begeisterung, jemanden aus Österreich am deutschen Kulturinstitut zu haben (Österreicher sind im Gegensatz zu Deutschen hier wirklich eine Seltenheit!!!) und noch dazu aus Salzburg – „Aaah, Salzburg, very beautiful city!“ (da scheint auch schon jeder gewesen zu sein).
Zurück im Institut bekam ich den Auftrag, über ein Mitglied des Deutschen Bundestages Informationen zu recherchieren, die angeblich in Kürze im Institut auftauchen soll, bevor wir (Tilman und ich) uns die verbleibende Zeit dem Protokoll über die Tagung widmeten. Noch Abendessen in der Cafeteria und dann auf den Heimweg gemacht, war es heute ein schön ausgefüllter Tag und ich, bis oben hin angefüllt mit Essen, musste feststellen, dass nach den letzten beiden Tagen der Anzug schon sehr eng sitzt...
Dienstag, 7. August 2007
Status Quo
Status quo: Kaffepause. Tilman und ich sitzen in Tenagnes Büro. Eben sind unsere Double-Macchiatos und Gebäck serviert worden. Der Heizstrahler wärmt den Raum. Schade, dass ich heute keinen Fotoapparat dabeihabe... Das Bild wäre wohl recht bezeichnend.
Gestern fand ich zu meiner Freude schon die eben ins Netz gestellten Lehrveranstaltungsverzeichnisse und machte mich gleich an die Arbeit, meinen Stundenplan fürs nächste Semester zu erstellen: Eine fabulöse Mischung aus ein wenig Kulturwissenschaften (bin ich ja fast fertig), viel Philosophie und ein paar aus der Slawistik, bei der ich zumindest Bosnisch/Kroatisch/Serbisch belegen möchte. Natürlich wieder weit mehr Fächer, als ich imstande sein werde, auch definitiv abzuschließen, aber zumindest ist der gute Wille da und einstweilen muss ich sagen, dass ich das Glück habe, voraussichtlich nur Fächer zu belegen, die auch mein Interesse wecken.
Der gestrige Tag verging wie im Flug, obwohl ich mir selbst wieder Stillbeschäftigungen auferlegen musste.
Und heute (Dienstag) habe ich bereits damit begonnen, meine „Fallbeispiel: Kulturprojekte“-Arbeit weiterzuschreiben.
Gestern fand ich zu meiner Freude schon die eben ins Netz gestellten Lehrveranstaltungsverzeichnisse und machte mich gleich an die Arbeit, meinen Stundenplan fürs nächste Semester zu erstellen: Eine fabulöse Mischung aus ein wenig Kulturwissenschaften (bin ich ja fast fertig), viel Philosophie und ein paar aus der Slawistik, bei der ich zumindest Bosnisch/Kroatisch/Serbisch belegen möchte. Natürlich wieder weit mehr Fächer, als ich imstande sein werde, auch definitiv abzuschließen, aber zumindest ist der gute Wille da und einstweilen muss ich sagen, dass ich das Glück habe, voraussichtlich nur Fächer zu belegen, die auch mein Interesse wecken.
Der gestrige Tag verging wie im Flug, obwohl ich mir selbst wieder Stillbeschäftigungen auferlegen musste.
Und heute (Dienstag) habe ich bereits damit begonnen, meine „Fallbeispiel: Kulturprojekte“-Arbeit weiterzuschreiben.
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